Ute Klöpper-Wenzel Blog

Herzlich willkommen auf meinem Blog rund um die Themen Paarberatung, Psychotherapie und Erziehungsberatung.

Schreiben Sie mir Radiobeiträge

In der zurückliegenden Woche finden sich Gerd und Anke bei mir zum Erstgespräch ein. Sie beschreiben mir eine von ihren typischen Konfliktsituationen in die sie hinein geraten und die ihnen das Zusammenleben so erschweren, dass beide regelmäßig in heftigen Streit geraten. Sie wünschen sich dringend Hilfe, um aus diesem Muster oder auch destruktiven Beziehungs-Tanz heraus zu finden.

Anke sagt zu Gerd „ich möchte mit dir noch einmal über den Besuch meiner Schwester am nächsten Wochenende sprechen“. Woraufhin Gerd mit nach unten gesenktem Gesicht antwortet,“oh nein, bitte nicht schon wieder dieses Thema, darüber haben wir bereits gesprochen und du weißt, was ich dazu denke, dass ich nicht dabei sein möchte!“ Woraufhin Anke nachsetzt und antwortet, „aber ich muss darüber noch einmal mit dir reden, weil es mir so wichtig ist, dass wir was zusammen machen und Spaß haben mit meiner Familie.“ Gerd bleibt bei seiner zurückgezogenen Haltung und lässt sich von Anke nicht erreichen. Im Alltag der Beiden entsteht dann im weiteren Verlauf schnell ein sogenannter „Teufelsdialog“. Die beiden verlieren  sich mehr und mehr und es entsteht heftiger Streit.

Die Wissenschaft sagt uns, dass Paarbeziehungen Bindungsbeziehungen sind und wir den liebevollen Kontakt und das Verständnis des Partners brauchen, wie die Luft zum Atmen. Wenn dieses Liebesband von Verständnis und Wohlwollen brüchig oder unsicher wird, ringen wir darum es wieder herzustellen. Eine intakte Bindungs- und Liebesbeziehung zu unserem Partner ist lebensnotwendig für uns alle, ansonsten geraten wir emotional aus dem Gleichgewicht.

Die Emotionsfokussierte Paartherapie nach Dr. Sue Johnson beschreibt uns die fünf Grundschritte einer Paarbeziehung, wenn sich diese in ein destruktives Muster entwickelt hat. Selbstverständlich wünschen sich alle Paare, die sich wie Anke und Gerd verstrickt haben eine Lösung, um da wieder heraus zu finden.

Zuerst einmal ist es allerdings notwendig zu verstehen, was passiert da eigentlich zwischen dir und mir in so einem Moment, der schließlich im Streit endet. Das anschließende Video zeigt uns eindrücklich, wie es einem Paar wie Anke und Gerd ergeht.

  1. Anke geht auf Gerd zu, um ihn zu erreichen.
  2. Gerd reagiert auf Anke indem er sich ihr nicht zuwendet, er „protestiert“ sozusagen.
  3. Anke setzt nach, um Gerd zu erreichen-ein erneuter Versuch. Ein eher verzweifelter Versuch aus Forderung/Kritik oder auch Beschimpfung folgt.
  4. Gerd bleibt unerreichbar. Anke dreht sich weg, geht in den „Rückzug“, heftige Verzweiflung kündigt sich an.
  5. Zusammenbruch und Eskalation der Situation.

Aus Studien mit Säuglingen kennen wir genau dieses Reaktionsmuster, denn hier geraten wir emotional in die gleiche Situation, wie ein von der Mutter zurückgelassenes Kind. Auch diesen Teil sehen wir im Video. Hier spielt sich vor unseren Augen ein Beziehungsdrama ab, das von unserem Rautenhirn vorgegeben ist. Kennen wir nicht den Schlüssel und haben wir keine Strategie, um den destruktiven Verlauf der Interaktion aufzuhalten, bleiben wir dem Muster ausgeliefert. Das kann irgendwann das Ende der Paarbeziehung bedeuten.

Wir brauchen sogenannte Reperaturmonente für unsere Liebesbeziehung, die es uns ermöglichen ein reconnecting oder auch emotionale Wiederverbindung herzustellen. Auch das sehen wir im Demo-Video deutlich. Wenn es uns als Paar gelingt eine Verbindung auf der emotionalen Ebene wieder herzustellen, verwandelt sich der Moment der Unverbundenheit,  denn unsere Verbindung wird wieder spürbar.  Das Nervensystem beruhigt sich, wir fühlen uns gesehen, gehört und über das Problem lässt sich reden. Wir bleiben nicht länger stecken in einer Dynamik, die uns beide mehr voneinander trennt, als dass sie uns mit einander verbindet und wir uns verstanden fühlen.

Ich wünsche Ihnen gute emotionale Unterhaltung beim Sehen des Videos und melden Sie sich gerne, wenn es dazu Fragen geben sollte. Das Thema ist sehr komplex und entschuldigen Sie bitte, wenn Fragen und Unklarheiten bleiben. Die Situation in einem Blog lässt nicht mehr Platz für dieses raumfüllende und enorm spannende sowie wichtige Thema.

Mit sehr herzlichen Grüßen in dieser immer heller werdenden Jahreszeit,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

Ein frohes neues Jahr!

12.1.2020
Ute Klöpper-Wenzel
Uncategorized

Und schon ist es wieder gar nicht mehr neu, das neue Jahr, denn wir schreiben schon den 12.01. und der Arbeitsalltag hat für die Meisten von uns längst begonnen. Ich möchte es dennoch nicht versäumen Ihnen, meinen Leser alles Gute für das neue Jahr  zu wünschen, insbesondere für Ihre Paarbeziehungen:-)

Bei mir in der Praxis gibt es zu Beginn des neuen Jahres immer eine ganze Reihe neuer Klientenpaare, die ich kennenlerne. Im Vorfeld erreichen mich die Anmeldungen entweder per Telefon oder per Email und es gibt bei einigen von ihnen einige Fragen zu beantworten, bevor der Anmeldetermin vereinbart ist.

Ich möchte heute hier noch einmal kurz meine Vorgehens- und Arbeitsweise nach dem Anmeldetermin vorstellen. Zu Beginn kommt es im sogenannten Kennenlern-Gespräch darauf an, dass Sie und ich prüfen, ob die sogenannte Chemie stimmt. Wir „beschnuppern“ uns, denn es ist tatsächlich sehr wichtig für unsere Zusammenarbeit, ob wir uns gut riechen können. Es gibt natürlich einige Fragen zu Ihnen als Person und als Paar, die ich Ihnen stelle und einen Teil, wo Sie auch ganz frei erzählen dürfen und sollen, was Sie sozusagen im Gepäck haben. Für dieses Gespräch nehme ich mir gerne bis zu 90 Minuten Zeit. Im Anschluss dürfen Sie erst einmal wieder gehen und ich bitte Sie darum Ihre Eindrücke über Nacht „einweichen“ zu lassen, um in den darauffolgenden Tagen im Gespräch miteinander darüber zu entscheiden, ob Sie wieder kommen möchten.

Im nächsten Teil führe ich mit jedem von Ihnen beiden, ein Einzelgespräch zur Einzelanamnese und zum genaueren Kennenlernen durch. Dieses Gespräch dauert in der Regel eine Stunde. In einem dritten Teil sind wir dann gemeinsam dafür verabredet, dass ich Ihnen zusammenfasse, was ich von Ihrer Paarbeziehung verstanden habe. Und wie ich die Dynamik Ihrer Beziehung erfasse und Sie sich den „Teufelskreis“, wie wir es in der Emotionsfokussierten-Paartherapie (EFT)  nennen, der sie beide destruktiv verbunden hält, vorstellen können. Ich erkläre Ihnen etwas zu den weiteren Arbeitsschritten und was ich denke, wie ich Ihre Beziehungs-Situation einschätze, um wieder zu einer Liebesbeziehung zurück zu finden. Im Anschluss folgend dann weitere Termine zu zweit.

Ich freue mich auf meine Arbeit im neuen Jahr mit Ihnen, den neuen Paaren und mit Ihnen, den „alten Paaren“, denen die schon bei mir angekommen sind. Und ich wünsche Ihnen und mir eine fruchtbar-konstruktive Zusammenarbeit, um das zu bewirken, was wir uns als EFT-Therapeuten wünschen, nämlich dass das Liebesband in den Paarbeziehungen gestärkt und die Bindung der Partner miteinander sicher wird.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen alles Gute für das Liebesband in Ihren Partnerschaften im Neuen Jahr!

Mit herzlichen Neujahrs-Grüßen,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

 

„Stille Nacht- Heilige Nacht“

22.12.2019
Ute Klöpper-Wenzel
Uncategorized

Nun ist es bald wieder so weit…die Heilige Nacht naht und mit ihr wird es Heiligabend. Ob es eine stille Nacht wird, das wage ich zu bezweifeln, zumindest kenne ich es von mir so, dass das stille sein schwer fällt und insbesondere in der hektischen Vorweihnachtszeit. Dabei ist die Sehnsucht nach Stille auf alle Fälle da, spätestens am Heiligabend tritt das Bedürfnis nach Stille in besonderer Weise auf, oder, wie ist das bei Ihnen?!

Und jedes Jahr singen wir das Lied „stille Nacht, heilige Nacht“. Dabei ist eben gerade die Vorweihnachtszeit und das Fest selbst oft keine Zeit der Stille. Dabei ist Weihnachten doch viel mehr als das Abarbeiten von Wunschzetteln, das viele Einkaufen, Schmücken, Backen und Kochen. Vor lauter Vorbereiten vergessen wir das all zu oft-die frohe Botschaft, die uns erreichen will. Die Botschaft vom Kind in der Krippe und vom Frieden auf Erden, den wir uns so wünschen. Zeit der Besinnung und der Stille, die einkehren wollen.

Entdecken wir sie doch wieder die „Sehnsucht nach Stille“, von der auch der amerikanische Komponist John Cage schon 1952 sprach, als er mit der Premiere seines Stückes 4´33″ in drei Sätzen viel Aufsehen erregte. Vom Öffnen des Klavierdeckels bis zum Schluss war kein einziger Ton zu hören. Nach eigener Aussage wollte er mit 4´33″ demonstrieren, dass „wo immer wir sind, was wir hören, meistens Lärm ist“. Dem gegenüber stellte er das Konzept der Stille.

Als vor 15 Jahren das Stück sogar als Orchesterfassung bei der BBC aufgeführt wurde, war der Beifall durch das Publikum gigantisch. Es scheint so, als werde die Sehnsucht nach Stille immer größer, je krawalliger und unmusikalischer die Welt wird. Das lese ich so in einem Magazin einer deutschen Tageszeitung und kann es nur bestätigen aufgrund meiner Beobachtungen aus der Praxis. Meine eigenen Sehnsüchte nach Stille sind mir eine weitere Bestätigung. Und so komme ich für heute zu dem Schluss, dass ich Ihnen sehr und mir ein paar Augenblicke der Stille über die Festtage wünsche! Lassen Sie sich zur Stille, zum stille sein einladen und sammeln Sie dadurch unter Umständen ein paar neue-wertvolle Erfahrungen, das wünsche ich Ihnen zumindest.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen schöne Weihnachten mit ein paar ruhigen, besinnlich-stillen Momenten an den Festtagen! Und kommen Sie gut in das Neue Jahr hinein:-)

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

Wann sollten wir uns trennen??

10.12.2019
Ute Klöpper-Wenzel
Uncategorized

Immer wieder mal kommen Paaren zu mir in die Paarberatung und stellen die Frage, ob es nicht besser wäre sich zu trennen. Die Beziehung ist an einem Punkt angekommen, wo zumindest einer von beiden ernsthaft darüber nachdenkt sich zu trennen. Sobald wir eine Bindung zu einem Menschen aufgebaut haben, gibt es kaum etwas Bedrohlicheres, als diese Verbindung zu verlieren. Als Belinda und Frido zu mir finden geht es genau um diese Frage.

Beide sind schon längere Zeit in einer Beziehungskrise miteinander und im Streit spricht Belinda immer mal wieder die Drohung aus „dann trennen wir uns besser!“

Wenn ein Paar zu mir  in die Paartherapie kommt, gebe ich ihm immer erst einmal eine Chance heraus zu finden, ob sie nicht doch ein Paar bleiben wollen und es vielmehr darum geht, wie die Partnerschaft wieder in sicheres Fahrwasser gelangen kann.

Die Frage „wann ein Paar sich trennen sollte“ ist gar nicht so mal eben, schnell und eindeutig zu beantworten. Es gibt destruktive Beziehungen in denen einer Angst vor psychischer oder physischer Gewalt  vor dem anderen hat. Wo einer von beiden so eingeschüchtert ist in seinem Selbstwert und eigentlich gehen sollte.

Und manchmal kann es passieren, dass wir uns einfach geirrt haben, vom Aussehen, vom Ansehen, von der anfänglich überschwänglichen Bestätigung, der Versorgung mit Zuwendung und Sachwerten durch den Anderen. Und dann entpuppt sich der Partner als ganz anders, als es uns in unserer Verliebtheit erschien. Manche Paare entwickeln sich auch einfach im Laufe der Jahre ganz unterschiedlich und werden sich dadurch ganz fremd.

Wenn wir das Vertrauen in unseren Partner verlieren und es scheinbar nicht wieder zurück gewinnen können, dann steht die Beziehung auf dem Prüfstand. Wenn wir einander nichts mehr mitteilen mögen, was wirklich wichtig ist. Wenn wir uns vor ihm ekeln und ihn nicht mehr riechen können. Wenn wir uns nicht mehr berühren lassen mögen vom Partner wird die Bindung immer unsicherer. Wenn mein Gegenüber nicht mehr darauf reagiert, wenn wir ihm mitteilen, was uns aus der Beziehung treibt und der Schmerz darüber nicht mehr gezeigt wird, dann fallen Worte, wie die von Belinda.

Im paartherapeutischen Setting findet ein Paar einen geschützten Rahmen, um heraus zu finden, bleiben wir zusammen oder ist es besser sich zu trennen. Wenn es nicht alleine gelingt diese Frage/n zu klären, ist es besser sich durch Trennungsberatung  unterstützen zu lassen, denn ist nie „einfach“ besser sich zu trennen. Es ist immer schwer und das insbesondere, wenn Kinder mit dazu gehören.

Mit schon weihnachtlich gestimmten Grüßen,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

Als sich Falk und Elina bei mir in der Praxis zur Paartherapie einfinden ist ihre Beziehung an einem absoluten Tiefpunkt angekommen. Falk kam von einer Kur zurück und Elina hatte von seinem Kurschatten erfahren.

Es dauerte einige Zeit bis beide geklärt hatten, dass sie ein Paar bleiben wollen. Die Beziehung hatte einen empfindlichen Riß bekommen. Es ist notwendig, ihn zu heilen, um die Paarbeziehung zu retten. Für beide geht es darum zu verstehen, was an ihrer Beziehung schief gelaufen ist. Und darum geht es jetzt in unseren Gesprächen im Paartherapie– Prozess.

Aber dorthin zu gelangen gestaltet sich schwierig, weil Elina so sehr verletzt ist durch den Seitensprung, dass sie verbissen darum kämpft zu erfahren was in diesen Tagen während der Kur wirklich geschehen ist. Intensive Gefühle von Wut und Ärger bringen sie immer wieder dazu sich mit Falk zu streiten.

Falk versucht seine Liebe zu beweisen und zu beteuern. Elina drückt immer wieder ihren Verlust an Vertrauen durch Kritik und Beschuldigen aus, sie stellt immer wieder Fragen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht klären. Wir nehmen Wirklichkeit immer unterschiedlich wahr und je häufiger wir darüber streiten, desto weiter werden unsere Versionen voneinander abweichen. Und unsere emotionale Verbindung wird darunter weiter leiden und brüchig bleiben.

„Ein sich endlos wiederholender Zwist über die Vergangenheit zermürbt eine Beziehung. Denn das Paar übersieht das Wesentlichste, dass sie die Gefühle, um die sie in der Vergangenheit streiten, sie die jetzt hier in der Gegenwart haben. Falks Liebesbezeugungen und Elinas Verletztheit sind gegenwärtig. Sobald sie von der Vergangenheit abließen, hätten sie eine Chance, einander wieder näher zu kommen. Er könnte sich ihrem Schmerz stellen. Sie könnte deutlicher fühlen, weswegen sie sich vor ihm schützt und sich in Wut und Anklagen verliert. Sie wären wieder miteinander unterwegs,“ schreibt Oskar Holzberg in seinem Buch Schlüsselsätze der Liebe.

Letztlich geht es nicht darum, dass unsere Version der Vergangenheit richtig ist. Es geht um die Gefühle die wir hatten, du und ich. Und es geht um die Gefühle, die wir haben in der Gegenwart, diese auszudrücken und mitzuteilen. Im besten Fall gelingt es dir und mir uns darin mitfühlend zu begegnen.

Ich möchte alle Paare die durch eine Außenbeziehung ihre Partnerschaft in die Schieflage gebracht haben mit diesen Zeilen ermutigen, die emotionale Verbindung zueinander wieder heilen und aufleben zu lassen. Die Arbeit an der Beziehung lohnt sich, wenngleich es in nicht in allen Fällen ohne Hilfe von außen gelingen mag.

Mit herzlichen Grüßen aus einem grauen Novembermonat,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

In einer Liebesbeziehung spielt das Thema Geld eine ähnlich wichtige Rolle wie im Business, das erlebe ich in meinen Paartherapie-Gesprächen immer wieder. Als Christopher und Annika bei mir sitzen, geht es die ganze Sitzung nur um diese wichtige „Sache“, denn beide haben immer mal wieder Streit über ihr Geld im Portemonnaie.

Wenn Christopher, 36 Filialleiter einer Bank, sich etwas gekauft hat, wovon Annika, 35 und Projektleiterin in einem großen Unternehmen, gerne vorher gewusst hätte, gibt es wilde Diskussionen. Du hättest doch versucht mir den Kauf auszureden, sagt Christopher. Eben, denn 2000€ für einen Fotoapparat sind halt nicht wenig, sagt Annika. Und dann nimmt die Diskussion ihren Lauf und endet nicht selten in heftigem Streit.

Viele Paare streiten über das Geld-und manche sogar heftig, laut einer repräsentativen Forsa-Umfrage aus diesem Jahr, demzufolge hat sich jedes dritte Paar schon einmal über Ausgaben in die Haare bekommen. Und eine ältere Umfrage hat ergeben, dass Geldfragen zu den häufigsten Konfliktauslösern in Beziehungen gehören. Das löst allerdings noch nicht die Probleme…

Paare müssen sich irgendwie, das sollte so sein, darauf einigen, wie und wofür sie ihr Geld ausgeben. Legen Paare ihr Geld zusammen, so nennen Forscher das Einkommenspooling. Etwa drei Viertel der Paare in Deutschland machen das. Und 15 Prozent hingegen verwalten ihr Geld unabhängig voneinander, neun Prozent teils getrennt und teils gemeinsam.

Annika war immer sparsam, schaut nach Sonderangeboten, vergleicht Preise. Christoph hingegen kauft gerne mal im Feinkostgeschäft. Diese Einstellungs- und Verhaltensunterschiede sind ein Teil ihrer Beziehung. Hier setzt es ein offenes Sprechen über Geld und Ausgaben voraus. Zu Beginn ihrer Partnerschaft haben beide alles aufgeschrieben, fein säuberlich in eine Exeltabelle, um später abzurechnen. Ihre Beziehung wurde stabiler und stabiler und langsam geriet die Exeltabelle in Vergessenheit.

Christoph und Annika sind von einem eher individualistischen zu einem eher kollektivistischen Paar geworden. Letztere verstehen sich als Einheit, beide stehen füreinander ein und gehen davon aus, dass sich langfristig ohnehin alles ausgleicht.

Paare mit einer individualistischen Vorstellung hingegen verwalten ihr Geld getrennt. Auch sie machen gemeinsame Anschaffungen, aber dann wird später abgerechnet.

Beide Vorgehensweisen sind praktikabel, wenn sich beide Partner der Beziehung einig sind und es nicht immer wieder Streit gibt, der die Partnerschaft belastet und die Liebe leiden lässt.

Sollten Sie Fragen oder wohlmöglich immer wiederkehrende Streitereien über das liebe Geld haben, kann Ihnen eine Paarberatung helfen ihre Beziehung wieder ins Gleichgewicht zu bringen.

Ich freue mich über Ihren Anruf oder über Ihre Email, sollten Sie den Schritt zu einer Paartherapie oder Paarberatung wagen wollen.

Mit herzlich-herbstlichen Grüßen,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

 

Als sich Tanja und Frank letzte Woche zur Paartherapie bei mir einfinden, sagt er im Erstgespräch: „Also, das mit dem Sex, das läuft irgendwie schon länger nicht mehr so gut…!!“ Beide sind unzufrieden und sie klagt vor allem über die schlechte Kommunikation in der Partnerschaft, ihr sei inzwischen die Lust am Sex verloren gegangen.

Das Leid mit der Liebe und dem Sex ist ein immer wiederkehrendes Thema bei mir in der Paarberatung und deshalb schreibe ich Ihnen auch gerne hier von ein paar neuen Erkenntnissen aus der Sexualforschung, die Ihnen weiter helfen mögen.

Was macht Liebe (von Langzeitpaaren) so schwer, das fragten sich die Forscher der University of Indiana und kamen unter anderem zu dem Schluss, dass sexuell zufriedene Paare während und nach dem Sex miteinander reden und nach dem Akt noch ausgiebig miteinander kuscheln. All das fehlt bei den besonders unglücklichen Paaren.

Zu einem ähnlichen Ergebnis gelangte auch ein Forscher der University of Kentucky, der beschreibt, den stärksten Einfluss scheinen Intimität und Kommunikation auf die Zufriedenheit auszuüben und ein Gefühl von Sicherheit in der Partnerschaft. Safety is sexy lautet das Fazit der Forschungsgruppe, gemeint ist das Gefühl von emotionaler Sicherheit in der Beziehung.

Dass im Alltag außerdem häufige kleine zärtliche Berührungen, so berichten die Forscher weiter, für allerlei positive Effekte sorgen, das entspricht auch der Empfehlung in meinem letzten Blog mit dem gegenseitigen Händchen-Halten.

Ein Drache namens Zeit scheint in vielen Beziehungen eine zerstörende Rolle auf den Sex auszuüben. Das heißt, dass Paare sich von Jahr zu Jahr weniger für das Feld der Lust entscheiden,. „Man holt sich das Glück in der Beziehung mit der Zeit eher aus anderen Quellen“. Dem gilt es entgegen zu wirken und Zeit um Liebe zu machen einzuplanen.

All zu oft vergiftet leider auch Streit die Erotik in der Partnerschaft. Je häufiger Paare streiten, desto unzufriedener werde sie im Schnitt in ihrer Sexualität und in ihrem Beziehungsglück. Bei den meisten wirkt Streit anscheinend wie Gift auf das Verlangen. Hier braucht das Paar Lösungen und in manchen Fällen Hilfe von außen, um die Streitspirale zu durchbrechen.

Um die Freude am Sex wieder zu finden ist es für die meisten Paare hilfreich sich ausgiebig mit den Themen der Unzufriedenheit zu befassen und dadurch die Situation schrittweise zu verbessern. Den Paaren, denen es nicht von alleine gelingt ihre sexuelle Unzufriedenheit umzuwandeln, biete ich meine Hilfe an. Die Emotionsfokussierte Paartherapie nach Sue Johnson ist eine umfangreich evaluierte und erfolgreiche Therapiemethode nach der ich mit Paaren arbeite.

Ich freue mich über Ihre Nachrichten, wenn Sie einen Termin für ein Erstgespräch vereinbaren möchten.

Mit herzlichen Grüßen aus diesem sonnigen Spät-Sommerwochenende,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

Es gibt viele Fragen rund um das Thema Partnerschaft, denn der Beziehungsalltag ist sehr vielschichtig…aber noch viel wichtiger als Fragen sind hilfreiche Antworten. Heute möchte ich mich einmal insbesondere an die Männer unter meinen Lesern wenden und Antworten auf die Frage in der Überschrift geben. Vielleicht haben Sie ja auch schon selber Antworten gefunden, dann können Sie sich das Lesen sparen?!

In meinen Paarberatungen geht es immer wieder um das Thema KOMMUNIKATION und das quasi bei allen Paaren, die sich anmelden zur Paartherapie und dann im Erstgespräch von sich berichten.  Irgendwie scheint es so zu sein, dass es Frau besser gelingt als Mann über sich selbst, über Gefühle und eigene Bedürfnisse zu sprechen. Das liegt sozusagen „in der Natur“ der Sache, dass Frauen bedingt durch ihre Sozialisation besser gelernt haben sich mitzuteilen.

Hier nun der unbedingte Hinweis für Sie, liebe Männer: Zeigen Sie Verantwortung besonders auf der kommunikativen Ebene. Beteiligen Sie sich aktiv, wenn Ihre Partnerin mit Ihnen sprechen möchte, beteiligen Sie sich am Gespräch. Bleiben Sie auch bei unangenehmen Themen sitzen, bitten Sie allerdings Ihre Partnerin, das Thema in einem vorher definierten Zeitrahmen zu besprechen. Und achten Sie beide darauf, dass Sie Vorwürfe, Beschimpfungen und Beschuldigungen vermeiden und von sich selbst sprechen und nicht in der DU-Form. Leichter gesagt als getan, ja, das stimmt. Deshalb empfehle ich ein wöchentliches Treffen zum Paargespräch, dem sogenannten Zwiegespräch. Zeigen Sie auch dann Interesse, wenn Ihnen die Sorgen und Nöte Ihrer Partnerin klein und unwichtig erscheinen. Schenken Sie ihr ein offenes Ohr, das machmal nur aus Zuhören bestehen kann! Gehen Sie davon aus, dass die Themen sie sehr beschäftigen und Ignoranz sie emotional nur weiter voneinander entfernt und sich eine langsam größer werdende Distanz aufbaut.

Meine weitere Empfehlung für sie lautet: Versuchen Sie einmal ihre Hand dabei in Ihre Hand zu nehmen. Händchen-halten kann ungemein helfen! Während sie Ihnen von ihren Themen berichtet, halten Sie lediglich sanft ihre Hand in der eigenen Hand. Sie stellen auf diese Weise Körperkontakt her, der ihr das Gefühl gibt: Er ist da, er hört mir tatsächlich aufmerksam zu.

Und vermeiden Sie es möglichst ihr Lösungsvorschläge zu unterbreiten…darum geht es erst einmal gar nicht. Auch wenn Sie wirklich gute Ideen haben sollten für das „Problem“ von ihr, geht es vorrangig nicht darum Lösungen zu erarbeiten.

Sollte es Ihnen beiden im Gespräch gelingen Blickkontakt aufzunehmen, ohne dabei böse zu gucken, dann könnte es passieren, dass sich ein Gefühl von Nähe zwischen ihnen beiden einstellt, das es ihnen leichter macht zu einem verständnisvollen Dialog zu finden.

Liebe Männer (und liebe Frauen) planen Sie unbedingt einen Termin pro Woche für sich als Paar ein, das ist unabdingbar. In dieser Zeit geht es nur um Sie beide und die ausschließliche Aufmerksamkeit füreinander. Am besten auch ohne Handy oder Smartphone zwischen Ihnen, gehen Sie offline! 

Ich möchte Sie ermutigen. Noch sind die Sommerabende lang, fühlen Sie sich dadurch eingeladen zu einem Gespräch zu zweit unter günstigen Voraussetzungen und unter Zuhilfenahme meiner Gedanken dazu:-)

Sollten Sie Fragen haben zu diesem Thema, dann schreiben Sie mir gerne oder rufen Sie mich einfach an, weitere Informationen zu meiner Arbeit finden Sie auch auf meiner Homeseite.

Mit herzlichen spätsommerlichen Grüßen,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

Es ist wieder so weit, es ist Sommer und auch, wenn die Sonne nicht unermüdlich scheint, freuen sich die meisten von uns über die Sommerferienzeit. Endlich einmal wieder Zeit haben, um abzuschalten und raus zu kommen. So geht es zumindest mir, wenn ich für einige Zeit meine Arbeit ruhen lasse.

Ich ziehe mich in der Urlaubszeit gerne ein wenig zurück und deshalb führt es mich des öfteren in eines unserer Nachbarländer, meistens nach Dänemark. Hier kann ich herrlich „slap af“ finden, das heißt übersetzt so viel wie Entspannung/entspannen oder einfach übersetzt abhängen.

Mir gefällt neben der entspannten Lebensweise der Dänen auch ihre Art, wie sie ihre Kinder erziehen und mit ihnen umgehen. Dazu habe ich unlängst einen Focus-Artikel gefunden in dem zu lesen war „Dänen betrachten Kinder als grundsätzlich gut und richtig und begegnen ihnen mit Respekt.“ Das ist doch gleichzeitig eine super wichtige Voraussetzung für später, damit die Paarbeziehung gelingen kann, wenn Kinder diese Erfahrungen schon in ihrer Herkunftsfamilie machen. Ein verlässliches JA zum Kind bzw. zum Partner ist eine entscheidende Voraussetzung für eine gelingende Beziehung mit Zukunft. Paartherapie muss gerade an dieser Stelle oft erst wieder diese Voraussetzung herstellen.

Es heißt dann weiter „Sie wissen, dass sie zunächst ihr eigenes Verhalten kontrollieren müssen, wenn sie sich dasselbe von ihren Kindern wünschen.“ Dabei geht es um das Thema emotionale Regulation, wenn ich diesen Satz übersetzen sollte und es ist für Partnerschaft ebenso entscheidend, dass ich mein eigenes Verhalten kontrollieren kann. Immer wieder erlebe ich in meinen Paartherapien, dass die Eskalationen über die Paare in der Krise klagen, genau in dem Bereich große Schwierigkeiten haben. Hier müssen Krisenpaare im  Paartherapie-Prozess sehr hart an sich arbeiten.

„Kurz gesagt geht es in Dänemark darum, den Kindern Lebenskompetenzen zu vermitteln, sodass sie selbst in der Lage sind, sich im Leben zurechtzufinden, glückliche Beziehungen einzugehen und ein hohes Maß an Zufriedenheit zu erlangen.“

Lebenskompetenz zu erlernen, um sich dadurch im Leben zurecht zu finden, das sind die Ziele, die für eine gelingende Paarbeziehung unerlässlich sind. Und gleichzeitig kommen viele Paare mit genau diesen Themen in die Paartherapie und suchen Hilfe. Ich arbeite mit Paaren daran mehr Zufriedenheit als Paar zu erlangen. Die emotionsfokussierte Paartherapie ist dafür die geeignete Therapiemethode, nähere Informationen darüber finden Sie unter dem dazugehörigen Link auf meiner Homeseite.

Ich wünsche Ihnen eine ganz wunderschöne Sommerferienzeit,

herzlichst Ihre Ute Klöpper-Wenzel

Das Thema Geschwister im Allgemeinen hat mich schon immer fasziniert und interessiert und  insbesondere die Bedeutung für unsere persönliche Entwicklung. Auch in meinen Paarberatungen stelle ich meinen Klienten immer die Frage, ob es Geschwister gibt und wie die Beziehung zum Bruder/Schwester erlebt wurde und wie sie diese aktuell beschreiben würden.

In der Geschichte der Psychologie wurde erstaunlicherweise der Einfluss von Geschwistern auf die psychische Entwicklung des Menschen lange Zeit vernachlässigt oder als gering eingestuft. Heute wird von immer mehr Fachleuten anerkannt, dass nicht nur Eltern, sondern auch die Geschwister für unsere Individualentwicklung von enormer Bedeutung sind.

Geschwistern wird eine herausragende Rolle im Lebenslauf, neben Eltern und Peers zugeschrieben, denn sie haben eine wichtige Funktion als Sozialisationsagenten im täglichen Zusammenleben. Sie regen sich gegenseitig an und lernen voneinander, sich zu verstehen und auseinander zu setzen.

Geschwister bedeuten sowohl Chancen wie Risiken für die Identitätsbildung. Sie können Modelle, Vorbilder, Verbündete (zB gegen die Eltern), Identifikationsobjekte(nachahmen), Elternersatzfiguren, Autoritätspersonen, Einflussquellen für die Berufswahl, aber auch Abgrenzungsobjekte(so mache ich das nicht) sein.

Neben den Eltern sind Geschwister die nächsten Bezugs- und Bindungspersonen, mit denen wir die ganze Bandbreite von Gefühlen, Reaktionen und Handlungsmustern ausprobieren, durchspielen und modifizieren können. Mit keinem anderen Menschen vergleichen wir uns in der Kindheit mehr als mit unseren Geschwistern. Geschwister ermöglichen Abgrenzung , Nähe, und Selbstwerdung, sie lernen miteinander kooperative Handlungsprozesse. Geschwister sind ein wichtiger Nährboden für den Umgang mit Nähe und Vertrautheit, mit Konkurrenz und Ablehnung, mit Konflikten und Versöhnung.

Unsere Denk- und Gefühlswelt, die individuelle Art, Beziehungen zu gestalten, die Wahl des Liebespartners und des Freundeskreises hängen in einem viel größeren Umfang nach unseren Eltern, mit unseren Geschwistern zusammen, als viele Menschen annehmen. Die Familie mit Eltern und Geschwistern ist die erste soziale Gruppe, das erste langjährige Trainingsfeld für zwischenmenschliche Beziehungen. (Texte aus: „Ich mag dich-du nervst mich!“von Prof. J.Frick)

Weil eben Geschwister so zentrale Personen sind; als Begleiter, Kritiker, Fans oder auch mal als Gegner und/oder in anderen Fällen als Zuhörer bei Liebesproblemen, wird die Frage nach ihnen von mir in jeder Paartherapie gestellt und nicht ausgespart. Sollten auch Sie sich für diese spannende Thema „Geschwister und ihre Bedeutung“ interessieren und möchten Sie mir darüber berichten oder einen Termin mit mir vereinbaren, dann freue ich mich über Ihre Nachricht.

Mit sommerlich-heißen Grüßen an diesem Sommertag,

Ihre Ute Klöpper-Wenzel

 

 

Suche

Facebook

Sie finden mich auch auf Facebook. Schauen Sie doch mal vorbei - einfach hier klicken!

Die Autorin

Jahrgang 1956. Ich bin verheiratet, habe zwei erwachsene Söhne und ein Enkelkind. Seit 2001 bin ich im Fachbereich Psychologische Beratung tätig, seit 2007 in eigener Praxis in Großhansdorf bei Hamburg.

Erfahren Sie mehr über mich
  • Kategorien
  • Radiobeiträge

    Hören Sie sich meine exklusiven Radiobeiträge zu den Themen Paarberatung, Familienberatung und Erziehungsberatung an.

    Radiobeiträge anhören

    Nächste Seite